GdB – Warum du einen Antrag stellen solltest

Vorab: GdB ist der Grad der Behinderung. Dieser wird regelmäßig durch das zuständige Versorgungsamt deiner Stadt/Gemeinde begutachtet, wenn du einen entsprechenden Antrag auf Feststellung einer Behinderung stellst.

2012 hab ich mich noch während meines Jura Studiums auf andere Studiengänge und Ausbildungen beworben. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildung beginnen, die eine Verbeamtung nach sich ziehen würde.

Satz mit X, war wohl nix

Bei der amtsärztlichen Untersuchung, bei der die berufliche Eignung festgestellt werden sollte, wurde mir vermittelt, dass “das so nichts wird”. Ich bekam einige Tage nach dem Termin folgendes Schreiben:

Zuerst dachte ich mir: “Ich soll jetzt so einen Antrag stellen? Ich bin doch nicht behindert!”

Ich war schon etwas schockiert. Einerseits war ich krank genug, um nicht beim Auswahlverfahren mitzumachen. Andererseits war ich aber auch nicht krank genug, um beim Auswahlverfahren mitzumachen.

Antragsstellung- Feststellung einer Behinderung

Deshalb stellte ich gemeinsam mit meiner Tante 2012 einen “Antrag auf erstmalige Feststellung einer Behinderung im Sinne des § 69 SGB IX”. Der Antrag muss beim Versorgungsamt deiner Stadt formlos gestellt werden.

In Bayern kann der Antrag inzwischen online gestellt werden: https://www.zbfs.bayern.de/menschen-behinderung/ausweis/antrag/

Unterlagen von meinen behandelnden Ärzten wurden seitens der Behörde eingeholt. Ich wurde außerdem bei einem Amtsarzt vorstellig. Der untersuchte mich und kam dann zu folgendem Ergebnis:

Seither habe ich einen GdB von 30. Ich war der Meinung, dass der mir nicht mehr viel bringen wird, nachdem ich mich beruflich festlegen konnte.

Aber siehe da… Ich habe nach meinem Studium eine Arbeitsstelle angetreten, bei der die Beamteneignung geprüft wurde. Mit der Bescheinigung musste ich bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung stellen.

Inzwischen kann man online auf der Homepage der Agentur für Arbeit den Antrag anfordern: https://www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen/Gleichstellung.

Wenn du einen GdB von mindestens 30, aber weniger als 50 hast, kannst du schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Dadurch hast du folgende Vorteile

  • besonderer Kündigungsschutz
  • Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung
  • Betreuung durch spezielle Fachdienste
  • Beschäftigungsanreize für Arbeitgeber (wie Lohnkostenzuschüsse)

Aktuell bin ich (noch) nicht verbeamtet. Aber ich weiß nun, dass einer Verbeamtung nichts im Weg steht. Auch nicht die MS.

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