Panikattacke

Jeder fünfte Deutsche erlebt mindestens einmal im Leben eine Panikattacke. Sie kommt scheinbar aus dem Nichts und löst starke Angst aus.

Was ist nur mit mir los?

Ich fang mal ganz von vorne an… Vor ca. zwei Jahren befand ich mich auf dem Rückweg in mein Büro in München. Ich fuhr mit der U-Bahn, so wie jeden Tag. Mir ging es an diesem Tag gut soweit. Ich habe ganz normal in der Früh gefrühstückt und meinen Kaffee zu mir genommen.

In der U-Bahn, zwei Haltestellen bevor ich aussteigen musste, ging es los. An was ich mich noch erinnern kann ist, dass eine Schulklasse zustieg. Ich wurde plötzlich nervös, mein Herz fing an zu pochen. Meine Hände und Lippen wurden taub. Mein ganzer Körper wurde kalt und ich war kaltschweißig. Ich wusste, dass ich sofort aus dieser U-Bahn muss. Ich hatte Angst. Vor was oder wem genau, konnte ich nicht einordnen.

Mir wurde schlecht und ich hatte das Gefühl, mein Herz ausspucken zu müssen, so heftig schlug es. Unruhig und zitternd stand ich auf und begab mich zur Tür. Meine Gedanken drehten sich nur darum, so schnell wie möglich diese U-Bahn zu verlassen.

Als sich die Tür öffnete, rannte ich, als würde ich um mein Leben rennen. Ich musste so schnell wie möglich an die frische Luft. Oben angekommen, ging es mir zwar minimal besser, aber ich war immer noch der Meinung, dass mir etwas gewaltig den Hals zuschnürt. Ich sackte zu Boden. Und rauchte erstmal eine (was im Nachhinein ein fataler Fehler war).

Ich fing an zu weinen… Ich konnte das Ganze nicht einordnen. In der Arbeit ging gerade ein Magen-Darm-Virus um. Hab ich mich vielleicht angesteckt? Ich ging hilfesuchend zur nächsten Apotheke und beschrieb meine Symptome. Die Apothekerin bot mir Iberogast an.

Ich schleppte mich auf die nächste Parkbank und rief meine Arbeitskollegin an. Ich weinte und weinte und weinte… Ich sagte ihr, dass ich nicht mehr in die Arbeit kommen kann. Ich konnte und wollte mich nicht mehr wegbewegen. Sie wollte einen Krankenwagen holen, aber ich sagte ihr, dass das nicht nötig sei.

Dann kontaktierte ich außerdem meinen Freund, der mir anbot, mich sofort auf München abzuholen. Ich wollte ihm keine Umstände machen, weshalb ich sagte, dass ich es irgendwie schaffen werde, mit dem Zug nach Hause zu kommen.

Der Zug fuhr ein und ich war immer noch sehr wackelig auf den Beinen. Die Türen öffneten sich und ich sprang auf Toilette und schloss mich ein. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben. Mir war immer noch kotzübel und mir war schwindelig.

Daheim angekommen legte ich mich ins Bett und schlief. Ich schlief 16 Stunden nonstop. Am nächsten Tag war alles vorbei. Und ich ratlos und mit der Angst konfrontiert, dass so etwas wieder passieren kann.

Arztgespräch

Mein behandelnder Neurologe ist ebenfalls Facharzt für Psychiatrie. Als ich bezüglich meiner MS den nächsten Termin bei ihm hatte, schilderte ich ihm die Vorkommnisse.

Er sagte: “Hatten Sie die letzte Zeit Stress?”. Als ich dann überlegte, was in der dieser Zeit so los war, wurde mir einiges klar. Ich hatte in der Arbeit unheimlich viel zu tun, das tägliche Pendeln nagte an mir und ich hatte länger keinen Urlaub mehr.

“Sie hatten höchstwahrscheinlich eine Panikattacke!”, sagte mein Arzt.

Eine Panikattacke? Ich? Das kann doch nicht sein!

Mein Arzt erklärte mir, dass eine Ursache der Angststörung chronische Überlastung ist. Er empfahl mir regelmäßig Laufen zu gehen und Atmungsübungen zu machen.

“Wenn Sie während der Panikattacke rauchen, wird diese verschlimmert!”, erklärte er mir.

Stress sollte ich, wie bei der MS generell, vermeiden. Wie du weißt, ist das schneller gesagt, als getan.

Ich las mich in die Welt der Angststörungen ein und versuchte nachzuvollziehen, was da in mir vorging. Ich wollte ein Verständnis dafür entwickeln. Denn ich bin der Meinung, je besser man über eine Erkrankung Bescheid weiß, desto besser kann man damit umgehen. Und ja… Ich habe Angst vor Kontrollverlust. Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung…

Angst vor der Angst

Ich hatte seither keine akute Panikattacke mehr. Es gab öfters Situationen, in denen ich mich sehr unwohl fühlte und auch schon Angst hatte, dass es wieder los geht. Ich habe aber dann versucht, aus der Situation raus zu gehen.

Seit dem Vorfall meide ich (leider) U-Bahn Fahrten. Auch im Flugzeug habe ich mich nicht gut gefühlt. ABER: Ich werde mich nicht einschränken lassen. Ich weiß, dass eine Panikattacke nach gut einer halben Stunde vorbei ist.

Wenn du dich weiter in dieses Thema einlesen willst, kann ich dir diese Seite empfehlen: https://www.psychotipps.com/Panikattacken.html.

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